Zinkkleber: So erstellen Sie eine Verbindung, die wasserdicht bleibt

Zink ist überall am und um das Haus herum zu finden: Dachrinnen, Fallrohre, Dachränder, Fassadenverkleidungen und Wassersperren. Traditionell wird dieses Material gelötet oder verschraubt, doch für viele Arbeiten ist das Verkleben von Zink die bessere Wahl. Man benötigt kein offenes Feuer, bohrt keine Löcher in Material, das wasserdicht bleiben muss, und die Verbindung gleicht die Ausdehnung des Zinks aus. In diesem Artikel erfährst du, welchen Kleber du verwendest, wie du das Zink vorbereitest und wann du doch besser löten solltest.

Warum Zink kleben statt löten?

Das Verkleben von Zink ist schneller, sicherer und gleicht Bewegungen aus, während das Löten eine starre Verbindung ergibt. Zink dehnt sich bei Temperaturschwankungen stark aus und schrumpft wieder, was bei einer langen Dachrinne bis zu einigen Millimetern pro Meter ausmachen kann. Eine gelötete Naht muss diese Spannung aufnehmen und reißt dort mit der Zeit, während eine elastische Klebenähte einfach mitbewegt.

Hinzu kommt, dass Löten offenes Feuer auf einem Dach bedeutet. Immer mehr Auftraggeber und Versicherer arbeiten mit Vorschriften für den Umgang mit Feuer, und auf einer Unterkonstruktion aus Reet oder Holz möchte man diese Risiken gar nicht erst eingehen. Mit einer Tube Kleber und einer Kartuschenpistole hat man diese Diskussion hinter sich.

Schließlich ist das Ergebnis sauberer. Keine Lötstellen, keine sichtbaren Schrauben und keine Löcher, die man später wieder verschließen muss.

Welchen Kleber verwendet man zum Verkleben von Zink?

Für Zink verwenden Sie einen MS-Polymerkleber. Dieser haftet gut auf Metall, bleibt dauerhaft elastisch, ist UV-beständig und härtet durch die Luftfeuchtigkeit aus. Welche Variante Sie wählen, hängt von der jeweiligen Aufgabe ab.

Kleber Wählen Sie ihn als Eigenschaften
MS 60 Polymer Überlegen Befestigen Sie Ihr Zink auf Stein, Beton, Glas oder Metall sehr elastisch, gleicht Ausdehnungen aus
MS 70 High Tack Sie vertikal arbeiten oder schwerere Teile befestigen Extrem hohe Anfangsklebkraft, keine Abstützung erforderlich
MS 80 Strongbond die Verbindung stark beansprucht wird Zugfestigkeit 4,0 N/mm², Härte 80 Shore A

Für die meisten Zinkarbeiten ist der MS 60 die naheliegende Wahl, gerade weil er so elastisch ist. Wenn Sie an einem vertikalen Fassadenabschnitt arbeiten oder ein schwereres Zinkteil anbringen, haftet der MS 70 High Tack so fest, dass Sie nichts abstützen müssen. Das erspart Ihnen auf einer Leiter eine Menge Ärger.

Achten Sie auf die Temperatur, bei der Sie arbeiten. Diese Klebstoffe lassen sich bei Temperaturen zwischen ca. +5 und +40 °C verarbeiten und sind anschließend von -40 bis +90 °C beständig. Eine Dachrinnenreparatur bei Frost sollten Sie daher lieber verschieben, da der Klebstoff bei Temperaturen unter fünf Grad kaum aushärtet.

Zink vorbereiten: Die Patina muss entfernt werden

Das Entfetten und das Entfernen der Patina-Schicht entscheiden darüber, ob Ihre Zinkverbindung hält. Dies ist der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird, und der Grund, warum viele Menschen glauben, dass das Verkleben von Zink nicht funktioniert.

Zink bildet an der Luft eine schützende Schicht aus Zinkoxid, die später in Zinkkarbonat übergeht. Das ist die mattgraue Patina, die man an jeder alten Dachrinne sieht. Diese Schicht schützt das Metall zwar gut, haftet jedoch oft nur lose und pulverförmig auf der Oberfläche. Wenn man darauf klebt, klebt man auf losem Material, und die Verbindung löst sich nach einer Saison dennoch wieder.

So gehen Sie vor: Reinigen Sie die Oberfläche zunächst mechanisch mit Schleifvlies oder Schleifpapier der Körnung 120 bis 240, bis Sie wieder blankes Zink auf der Klebefläche sehen. Entfetten Sie anschließend mit dem Industriereiniger oder dem Profi Cleaner, wischen Sie mit einem sauberen Tuch nach und lassen Sie alles vollständig trocknen. In unserem Reinigungssortiment finden Sie für jeden Untergrund das passende Produkt.

Zwei Dinge, die Sie beachten sollten: Verwenden Sie weder Stahlwolle noch Schleifmittel, die zuvor auf normalem Stahl verwendet wurden, da zurückbleibende Eisenpartikel rosten und braune Streifen auf Ihrem Zink hinterlassen. Und arbeiten Sie nicht im Regen: Nasses Zink oder Zink, bei dem sich noch Feuchtigkeit unter der Patina befindet, sorgt für keine zuverlässige Haftung.

Zink verkleben an einer Dachrinne: So bleibt die Naht wasserdicht

Bei einer Dachrinne arbeitet man mit einer Überlappung und nicht mit einer Stoßnaht. Das Verkleben von zwei Zinkteilen Stoß an Stoß führt zu einer schmalen Klebefläche, die kontinuierlich auf Zug belastet wird – und genau dort ist eine Klebeverbindung am schwächsten. Schieben Sie die Teile mindestens zwei bis drei Zentimeter überlappend aneinander, dann wirkt der Kleber auf Scherung, und genau darin liegt seine Stärke.

Schneiden Sie die Kartusche mit einem Cuttermesser knapp oberhalb des Gewindes auf, setzen Sie die Düse auf und setzen Sie die Kartusche in eine Kartuschenpistole ein. Tragen Sie den Kleber in einer durchgehenden Raupe über die gesamte Breite der Überlappung auf, sodass kein Spalt verbleibt, durch den Wasser eindringen kann. Lassen Sie genügend Material übrig, um eine Schicht von zwei bis drei Millimetern zu erhalten, und drücken Sie die Teile daher nicht bis auf Metall auf Metall flach. Diese Klebeschichtdicke ist erforderlich, damit der Kleber elastisch bleibt.

Drücken Sie die Teile fest an, glätten Sie die Fuge mit Easy Finish, solange der Kleber noch feucht ist, und wischen Sie Ihre Hände und Werkzeuge mit den Cleaning Wipes ab. Ausgehärtetes MS-Polymer lässt sich deutlich schwerer entfernen.

Befindet sich ein Loch oder Riss in der Dachrinne, verwenden Sie den Kleber nicht als Füllmaterial. Schneiden Sie ein Stück Zink auf Maß zu, lassen Sie es rundherum mindestens zwei Zentimeter überlappen und kleben Sie es als Ganzes darüber. Wenn Sie blank geschliffenes Zink haben, das sichtbar bleibt, bearbeiten Sie es anschließend mit Zinkspray, damit die Farbe wieder passt und das Metall geschützt ist.

Zink und Kupfer zusammen? Dann ist Kleben genau die richtige Lösung

Bringen Sie Zink niemals in direkten Kontakt mit Kupfer. Diese beiden Metalle bilden zusammen ein galvanisches Paar, wodurch das Zink korrodiert, da es das unedlere der beiden Metalle ist. Fließt Regenwasser von einem Kupferdach oder einer Kupferleitung über eine Zinkrinne, greift dies das Zink an.

Eine elastische Klebefuge hält die beiden Metalle voneinander getrennt und wirkt somit als Isolierschicht. Das ist ein Vorteil, den man beim Löten oder Verschrauben nicht hat, und es ist einer der besten Gründe, sich an Stellen, an denen verschiedene Metalle aufeinandertreffen, für das Verkleben von Zink zu entscheiden.

Wann Löten doch besser ist

Löten Sie, wenn die Verbindung Teil der Konstruktion ist oder wenn eine Prüfung oder Garantie dies vorschreibt. Eine Falzverbindung in einer Zinkdachdeckung oder eine Verbindung, die dauerhaft unter Wasserdruck steht, sollte gelötet werden. Das Gleiche gilt, wenn Sie gemäß einer Leistungsbeschreibung arbeiten, in der das Löten vorgeschrieben ist.

Für Reparaturen, Montagen, Befestigungen und das Abdichten von Dachrinnenfugen ist das Verkleben eine hervorragende Lösung – schneller und meist auch kostengünstiger.

Abschließende praktische Tipps

Beachten Sie diese Faustregel: Handelt es sich um eine konstruktive oder geprüfte Verbindung, sollten Sie löten; geht es hingegen um Reparaturen, Montage oder Abdichtung, verwenden Sie einen MS-Polymerkleber.

Führen Sie außerdem zunächst einen Test durch, bevor Sie die Dachrinne in Angriff nehmen. Schleife zwei Zinkreste ab und entfette sie, klebe sie überlappend aufeinander, lass sie einen Tag lang stehen und versuche, sie auseinanderzuziehen. Gelingt das mühelos, war deine Vorbereitung nicht gut genug – und das willst du lieber auf der Werkbank feststellen als in vier Metern Höhe.

Wenn Sie mehr über das Verkleben anderer Metalle erfahren möchten, lesen Sie auch unseren Artikel über das Verkleben von Metall. Kommen Sie nicht weiter? Kontaktieren Sie uns, dann finden wir gemeinsam den richtigen Kleber für Ihr Projekt. Bei Bestellung vor 16:00 Uhr erfolgt die Lieferung am nächsten Tag, und ab 50 € versenden wir versandkostenfrei.